erfolgen muss, so war davon heute Abend noch nichts zu spüren. Doch schauen wir uns die Stücke im Einzelnen an.Die Probe begann mit The Joy of Cooking. Leider war mein neues Mundstück (siehe den Bericht von der letzten Probe) noch nicht angekommen, so dass ich mit den überirdisch hohen Stellen auf der zweiten Seite wieder sehr zu kämpfen hatte. Und auch die anderen hatten es nicht leicht, so dass Thomas S. den letzten Durchgang mit einem knappen "Es gibt viel zu tun" kommentierte.
Weiter ging es mit Hard Sock Dance. Jedes Kind weiß, dass es sich hier um einen Blues in G-Moll (#) handelt, der irgendwann nach B-Dur (bb) übergeht, also von der parallelen Molltonart in die dazugehörige Durtonart. Basiswissen eben, das jeder von uns auch nach einer ausgedehnten Probennachbesprechung im La Tortuga mechanisch aufsagen kann (Standardfrage:
Wieviele Kreuze hat noch mal C-Dur?) Das kann wirklich jeder. Aber nicht jeder kann so ein gefühlvolles Trompetensolo dazu spielen wie Konsul Toni D. Er war heute Abend ohnehin recht aufgewühlt, was sich in seinem Spiel eindrucksvoll äußerte. Es stimmt eben doch: Man muss den Blues gefühlt haben, bevor man ihn spielen kann.
Dann das vorläufige Highlight des heutigen Abends: Zu Big Time packte Harald S. tatsächlich die Klarinette aus, und ließ vor unser aller Ohren die Charleston-Ära wieder lebendig werden. Trotzdem wurde Thomas S. gerade bei diesem Stück wieder eindringlich vor Augen geführt, dass eine Amateur-Bigband manchmal einfach an ihre Grenzen stößt. Die Posaunen und die Trompeten standen nämlich vor der Aufgabe, eine 7-taktige Pause (a) zum richtigen Zeitpunkt zu beenden und (b) während dieser Pause (ebenfalls zum richtigen Zeitpunkt) etwas zu rufen ("Big – Big Time – Big Time Gig"). Ich weiß nicht, wer sich so einen Käse ausdenkt, aber funktioniert hat es auf jeden Fall nicht. Thomas hat dann irgendwann eingesehen, dass er sich für "a" oder "b" entscheiden muss, und hat "a" genommen. Was dann auch leidlich funktioniert hat. Für die Rufeinlage müssen wir aber wohl eine Aushilfe engagieren.
Dann kamen die beiden neuen Gesangsstücke an die Reihe. Den Anfang machte L-O-V-E, im Original gesungen von Natalie Cole. Wir sind aber sicher, dass unsere Beatrix hier einen neuen Standard schaffen wird (heute Abend war sie nicht dabei, wir müssen das Zeug ja erst mal üben). Deswegen war Raum für einen anderen Sänger, und es ergab sich der folgende Deal: Wenn Toni die optionalen Fills in der zweiten Trompete spielen würde, so würde Thomas den Gesang übernehmen. Und so geschah es dann auch. Unser CMO legte eine textsichere Performance hin, und Toni säuselte auf seiner gut geölten Bachtrompete ein passende Einlage dazu. Zu Till You Come Back To Me, dem zweiten neuen Gesangsstück, gibt es aus meiner Sicht nicht viel zu sagen, denn zumindest für die Trompetenstimmen kann der Arrangeur guten Gewissens keine Rechnung geschrieben haben. Sie bestehen zu 80 Prozent aus Pausen.
Es folgte Quintessence, und aufmerksame Leser dieses Blogs werden sich daran erinnern, dass dieses Stück eines der Highlights bei der letzten Probe darstellte. In dieser Woche war es etwas anders: Zwar gibt es an der Performance des Solisten (Jochen R.) ebensowenig auszusetzen wie letzte Woche, doch nach dem letzten Durchgang gab Thomas dem Rest der Band mit seinem Kommentar, dass Quincy Jones sich bei dieser Performance im Grab umdrehen würde, wenn er nicht noch lebte, einen wertvollen Gedankenanstoß mit in den nahenden Feierabend.
Zum Abschied brannte die Band mit Cruisin' for a Bluesin' noch ein musikalisches Feuerwerk ab. Das Ganze war nicht unbedingt schön, aber durchaus druckvoll. Der aus dem Urlaub zurückgekehrte Frank W. begeisterte mit einem unkonventionellen Nord-Solo, bei dem nicht nur die Fingerspitzen, sondern oft auch die flache Hand zum Einsatz kam. Der Gute war derart in seinem Element, dass er einfach über seine Form hinausspielte, und den nächsten Solisten (Harald S.) schlichtweg ignorierte, obwohl dieser gut sichtbar mitten im Raum stand (und ebenfalls ein Solo spielte). Harald ist mittlerweile aber auch mit allen Wassern gewaschen, spielte unbeirrt weiter und konnte sich irgendwann durchsetzen. Das Ganze erinnerte ein bisschen an eine Talkshow, bei der zwei Politiker gleichzeitig in voller Stärke aufeinander einreden und hoffen, dass der andere irgendwann aufgibt. Aber nur ein bisschen – es war noch viel schöner!
Zum Abschluss noch ein Hinweis in eigener Sache: Die neue Rubrik "Wir vergleichen uns mit großen Vorbildern" (siehe den Bericht von letzter Woche) wird so bald wie möglich fortgesetzt. Heute fehlte unserem CMO Thomas S. die Inspiration – diese wird zur Zeit für andere Projekte benötigt, auf die man gespannt sein darf.
Liebe SAP BB,
AntwortenLöschennach langer Pause muss auch ich mich mal wieder melden - die Geschäfte haben mich beschäftigt, keine Zeit dem musischen Freizeitvergnügen nachzugehen und kostenlos ambitionierte Vize-Präsidenten zu beraten. Aber just die letzten Tage haben mir wieder ein wenig Freiraum verschafft und ich bin erfreut die Neuigkeiten der SAP BB zu lesen.
Zuerst mal finde ich es toll, dass die letztjährigen Streitereien zwischen dem Präsident und seinem Vize anscheinend (!) beigelegt sind bzw. zumindest derzeit ruhen. Das mag daran liegen, dass der Präsi sich Anfang des Jahres gerüchtweise vermehrt hat und damit (auch gerüchteweise) dem Vize gleichgezogen ist. Aber das weiß ich nur aus dem Munde Dritter und nicht mit Sicherheit.
Auch bin ich sehr erfreut, dass neue Auftrittstermine vereinbart und veröffentlicht sind - u.a. in meinen Nachbarorten, sehr lobenswert! Ich werde da sein!
Bis ganz bald!! Herzlichst Frl. C.
PS: Weiß jemand, was mit Luzie passiert ist???