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Von Afghanistan nach Angelbachtal: Frl. Czernatzke ist wieder da und wir werden sie endlich kennenlernen

Wenn Sie dieses Blog regelmäßig lesen, wissen Sie, dass die Aktivitäten der Band genau beobachtet werden. Die Rede ist von Frl. Czernatzke, die sich (wenn man ihrem Blogger-Profil glauben darf), dauerhaft in Afghanistan aufhält und dort mit Architektur beschäftigt. Es könnte natürlich auch sein, dass sie bei der Erstellung ihres Profils in den Feldern "Land" und "Branche" einfach die jeweils ersten Einträge ausgewählt hat, aber das erscheint bei einem so intelligentem Menschen eher unwahrscheinlich. Wie dem auch sei, bisher ist Frl. Czernatzke für uns, von ihrem sicher authentischen Namen abgesehen, anonym geblieben.

Das Fräulein hat heute zum Probenbericht vom 13. Mai 2009 einen Kommentar hinterlassen, der an dieser Stelle noch einmal besonders gewürdigt werden soll, handelt es sich doch um einen echten Czernatzke, der nicht untergehen sollte, denn wer liest schon Kommentare. Sie schreibt: (Hervorhebungen von mir):
Liebe Bigband, lieber Henrik,

ich als musikinteressierte junge Dame (und mit, wie Ihr wisst, etlichen PR-Beratungsverträgen in der Musikbranche) versuche immer auf dem Laufenden zu sein, was die regionale Musikbranche anbelangt. Und so bin ich immer mal wieder am Internet-Surfen, so auch am gestrigen Abend, und da bin ich doch glatt über einen Auftrittstermin von Euch gestolpert - am kommenden Sonntag.
Ich habe dann auch gleich versucht den Auftrittstermin mit den zahlreichen sonstigen Verpflichtungen in meinem Kalender abzugleichen, aber leider fehlte mir eine fundamentale Information – die UHRZEIT. Ich habe dann über weitere Suchmechanismen des Internets versucht diese herauszufinden, aber es ist mir nicht gelungen.
Es gibt jetzt meines Erachtens nach zwei Möglichkeiten: 1) ich bin zu blöd, 2) ich bin blind und habe die vielen Plakate, die überall hängen übersehen oder
3) Ihr plant einen Geheimauftritt (und das machen angeblich auch mal weltberühmte Bands, die einfach mal wieder in nem kleinen Club auftreten wollen und die kündigen das dann auch nicht an….)
Falls 3) zutrifft gebe ich jedoch zu bedenken, dass dann unter Umständen auch der Absatz der neuen CD nicht im gewünschten Maße erfolgen kann und es wieder für die Top-100-Charts langt.

Mit sonnigen Grüße, Frl.C.
Liebes Fräulein Czernatzke, normalerweise breche ich sofort jeglichen Kontakt ab, wenn jemand in meinem Vornamen das "d" vergisst. Nur deine beispiellose Treue zur Band und deine geistvollen Kommentare halten mich davon ab. Es ist brillant, wie du von "zwei Möglichkeiten" schreibst und dann gleich drei davon erklärst. Das hält den Leser wach und bei der Stange.

Trotzdem, das Vergehen mit dem "d" wiegt schwer. Als kleine Wiedergutmachung deinerseits schlage ich vor, dass du beim Auftritt am kommenden Sonntag in der Pause zwischen den beiden Sets in den Backstage-Bereich kommst und dich endlich zu erkennen gibst. Dann bin ich auch wieder versöhnt und schenke dir ein Exemplar unserer neuen CD und eventuell sogar ein Bier aus dem Kontingent für die Band.

Ach ja, der Auftritt am Sonntag (31. Mai) beginnt um 20.00 Uhr. Wir spielen auf dem Angelbachtaler Pfingstmarkt und freuen uns schon darauf, dich endlich kennenzulernen.

Denk an einen Busen: After Work Jazz am 11. Dezember 2008

Das Experiment, so scheint es, ist geglückt. Wir haben heute Abend mit einer guten Tradition gebrochen und den SAP-Kolleginnen und -Kollegen zum Jahresabschluss kein großes, zweieinhalbstündiges Konzert mit aufwändiger Bühne und Lightshow geboten, sondern das erste Konzert in der neuen Reihe "After Work Jazz": Eine Stunde Musik (nicht mehr und nicht weniger), keine große Bühne und Stehplätze für das Publikum. Das hätte auch schiefgehen können, doch die Hütte (also das Foyer des SAP-Schulungszentrums in Walldorf) war voll! Zum Glück, denn ich hatte beim Catering 550 Butterbrezeln und Bier und Sekt bis zum Abwinken bestellt.

Dieser Bericht soll keinesfalls eine Konzertkritik darstellen, denn Eigenlob stinkt, und Selbstkritik kauft man uns ohnehin nicht ab. Nein, lassen Sie mich lediglich einige selektive und subjektive Schlaglichter auf die Ereignisse des Abends werfen.

Fürs Protokoll hier erst einmal das Programm, das übrigens schon Wochen vor dem Konzert feststand und sich -- auch dies ist ein Novum -- seitdem nicht mehr geändert hat. (Vermutlich haben wir dies der anstrengenden Konzertreise unseres CMOs Thomas S. durch Indien und Sri Lanka zu verdanken -- schauen Sie sich dazu bitte die einschlägigen Videos an, und wenn Sie keine Zeit haben, dann wenigstens mein Lieblingsvideo von der Tour).
  1. Critic's Choice
  2. Mr. Walker
  3. Quiet Nights of Quiet Stars
  4. L-O-V-E
  5. Fever
  6. Till You Come Back To Me
  7. Street Life
  8. Chega de Saudade
  9. Cruisin' for a Bluesin'
    Zugabe:
    The Girl from Ipanema
Wie Sie sicher gleich gemerkt haben, ist Thomas beim ersten Stück auf Nummer Sicher gegangen und hat mit Critic's Choice einen Blues ausgewählt, der auch den verbohrtesten Musikmuffel mit den Füßen wippen lässt. Und bei diesem Stück kam mir eine besondere Ehre zu: Ich durfte das erste Solo -- und damit das erste Solo des Abends -- spielen. Wenn Sie dieses Blog regelmäßig lesen oder ab und zu unsere Auftritte besuchen, werden Sie wissen, dass meine eingeschränkten Fähigkeiten als Trompeter dieser exponierten Rolle als 1. Solist diametral entgegengesetzt sind. Deswegen spielte sich wenige Sekunden vor dem ersten Takt zwischen El Presidente Ralf H. und mir der folgende Dialog ab:

Hendrik: "Jetzt werde ich aber doch grade ein bisschen nervös."
Ralf: "Denk an einen Busen."
Hendrik: "Was???"
Ralf: "Du musst an einen schönen Busen denken."
Hendrik: [denkt ...]
Ralf: "Spiel einfach ein paar schöne Töne."

Eine knappe Minute später stand ich dann vorne. Ich muss aber zugeben, dass meine Gedanken beim Solo eher der Anatomie der G-Bluestonleiter folgten, denn in der Vorbereitungsphase hatte ich mich bei Thomas S. und unserem Gitarristen Jens W. noch einmal über folgenden Sachverhalt rückversichert: Critic's Choice ist ein Blues in F. Da die Trompete aber nicht in c, sondern in b gestimmt ist und somit einen Ton zu tief liegt, muss der Trompeter einen Blues in G spielen (b -> c | F -> G). So stand ich also da und versuchte mich an die Bluestonleiter zu erinnern: f - g (sehr gut, heißt ja auch Blues in G) - b - c oder cis oder beides - d - dann wieder f. So turnte ich munter diese Tonleiter rauf und runter, und war auch gar nicht mehr so nervös. Allerdings geriet mir das Growling, das bei Konsul Toni D. (2. Trompete) immer so schön klingt, durch die leichte Anspannung dann noch eher zu einem Jaulen, aber man kann halt nicht immer gewinnen.

Die Musikfüchse unter Ihnen werden außerdem gemerkt haben, dass es sich bei den Stücken 3 bis 8 ausschließlich um Gesangsnummern handelt! Heute Abend war nämlich die große Stunde unserer Sängerin Beatrix A. Da ich in den Berichten von den vergangenen Proben schon mehrfach von ihr geschwärmt habe, will ich mich heute zurückhalten, aber man muss schon sagen: Wenn Sie das verpasst haben, müssen Sie sich sich Vorwürfe machen. Oder Sie lassen das mit den Vorwürfen und bestellen eine unserer CDs, von denen wir heute Abend wieder 70 Stück verkauft haben. Oder -- das ist die dritte und letzte Möglichkeit -- Sie schicken uns eine E-Mail, wenn Sie im nächsten Frühling vom Erscheinen unserer neuen CD benachrichtigt werden möchten.

Das Plakat für diesen Auftritt hat im Vorfeld für sehr viel Interesse gesorgt. So haben Kollegen per E-Mail angefragt, ob Sie sich nach dem Konzert ein Plakat von der Wand nehmen dürften, und wieder andere haben diesen lästigen Genehmigungsschritt gleich weggelassen und schon vor dem Konzert ein Plakat geklaut. All dies deuten wir natürlich positiv und wünschen der Dame auf dem Plakat, dass sie noch lange in den SAP-Büros herumhängen möge. Natürlich nur im übertragenen Sinne, und ich muss an dieser Stelle auch den Spielverderber geben und ein hartnäckiges Gerücht zerstreuen: Nein, die Dame arbeitet nicht bei SAP und nein, wir können nicht für eine Möglichkeit sorgen, sie "mal kennenzulernen". Thomas hat heute Abend in einer seiner Ansagen übrigens angekündigt, im nächsten Jahr werde das Plakat einen "Kerl mit fast nichts an" zeigen. Ein Teil des Publikums quittierte dies mit begeistertem Applaus. Wir verstehen das als eindeutigen Wählerauftrag.

Die neue Schlichtheit, in der wir uns heute Abend präsentierten, ging übrigens so weit, dass Thomas beim Aufbau spontan auf Mikrofone für die Solisten verzichtete. Wir haben uns auch mehr oder weniger damit arrangiert, bis Toni bei Cruisin' for a Bluesin' dann eindrucksvoll demonstrierte, dass Solomikros sowieso nur was für Schwächlinge sind. Er machte sich nicht einmal die Mühe, nach vorne zu gehen, sondern heizte dem Publikum von seiner Position im Trompetensatz aus ein. Ich bin sicher, dass die Kollegen vom Posaunensatz, die vor uns standen, dies auch zu schätzen wussten. So muss ein Solo klingen!
Bevor wir zur Nachbesprechung kommen, möchte ich eine Sache ein für allemal aus der Welt schaffen. Im letzten Probenbericht gab es einige Fotos zu sehen, die Toni D. mit seinem Mobiltelefon geschossen hatte. Eines dieser Fotos zeigte Anja R. und Edda S., und ich habe es mir tatsächlich erlaubt, dieses Bild unkommentiert in den Bericht einzufügen. Ein echter Skandal, wie mir klar wurde, als die beiden mich darauf ansprachen. Doch andererseits: Fände ich überhaupt Worte, um zu beschreiben, was Enja und Adda, Entschuldigung, ich bin etwas nervös, Edda und Anja für diese Band bedeuten? Es ist ja nicht nur der zarte Klang ihrer Saxoföne, der uns so viel bedeutet. Nein, es ist der unbeirrbare Wille, mit dem diese beiden die Frauenquote in der Band gerade über dem unerträglichen Maß halten, Niveau in unsere Gespräche bringen und ... schluchz ... Danke danke danke.

Nun aber zur Nachbesprechung: Sie wissen vielleicht, dass es in der SAP BIG BAND zur guten Tradition gehört, nach einer Probe oder einem Auftritt Einkehr zu halten und bei schlichten Erfrischungen -- oft kaum mehr als Wasser und Brot -- zurückzublicken auf das was war, und was uns in der Zukunft erwartet. So auch heute, als unser Weg uns einmal mehr ins La Tortuga in Walldorf führte. El Presidente Ralf H. hatte diesem Imbiss angesichts der einbrechenden Finanzmärkte den Selbstzahlermodus verordnet, und so fanden wir uns mit einem Teil der Band an einem langen Tisch wieder, um Rückschau zu halten. Erfreulicherweise waren auch einige Bandmitglieder dabei, die in dieser Runde sonst nicht zu sehen sind. Besonderes Lob gebührt Stefan P., der den Posaunensatz ganz alleine vertrat. Vor diesem Hintergrund können wir großzügig darüber hinwegsehen, dass er seine Tapas zunächst mit Messer und Gabel traktierte. Allerdings sehen wir das als einmaligen Ausrutscher -- beim nächsten Mal muss das besser werden. Tischmanieren sind uns nun mal sehr wichtig.

Ansonsten haben wir bei der Nachbesprechung wieder einen hochintellektuellen Diskurs gepflegt, den ich hier nicht im Einzelnen wiedergeben darf, kann und will. Deswegen bleibt mir zum guten Schluss nur noch ein Aufruf an die Konzertbesucher: Da wir für den heutigen Abend keinen Fotografen bestellt haben, mangelt es nun an Fotos von unserem Auftritt, die auf dieser Website veröffentlicht werden könnten. Wenn Sie welche geschossen haben: Immer her damit!

SAP CUP 2008

SAP BIG BANDDas Leben in der SAP BIG BAND ist bunt und abwechslungsreich, aber zum Glück gibt es auch Fixpunkte, die zum Verweilen einladen. Einer davon ist der Finaltag des SAP-Fußballfests (auch als SAP CUP bekannt), welches jedes Jahr in Rettigheim stattfindet.

Schon seit einigen Jahren haben wir die Ehre, am Finaltag ein kurzes Set (zwischen Halbfinale und Finale) und ein langes Set (zwischen Finale und Beginn der Disko) zu spielen. Der SAP CUP gibt uns eine wunderbare Möglichkeit, mit einer Mischung von alten und neuen Stücken, die live ausprobiert werden müssen, aufzulaufen. Denn zum einen haben wir in Rettigheim immer ein aufmerksames und dankbares Publikum, mit dem man direkt Kontakt aufnehmen kann, und zum anderen ist es in der entspannten Atmosphäre des Fußballfests auch nicht tragisch, wenn mal etwas daneben geht.


Wenn man den einleitenden Ausführungen unseres CMOs Thomas S. Glauben schenkt (und wer hätte Anlass dazu, dies nicht zu tun), geht der Trend bei der musikalischen Untermalung von Fußballveranstaltungen weg vom Rock und ganz stark hin zum Jazz. Diesen haben wir heute in unterschiedlichen Spielarten präsentiert -- das Programm war eine attraktive Mischung aus Count Basie (auch schon als Vorbereitung für unseren Auftritt im Golfclub in St. Leon-Rot nächste Woche) und einigen Highlights vom letzten Jahreskonzert.

Kommen wir zu meinen persönlichen Erlebnissen: Da ich der Band in der letzten Woche aus gesundheitlichen Gründen fernbleiben musste und somit auch den Auftritt im Harres verpasst habe, wurde ich heute von vielen sehr herzlich begrüßt -- ich hatte das Gefühl, viel länger weg gewesen zu sein, und habe mich über so viel Anteilnahme sehr gefreut. Doch eine Sache war irgendwie faul: Thomas S., der mich ebenfalls herzlich begrüßt hatte, war auffällig zurückhaltend, was mich anging. Normalerweise ist es beim Fußballfest schon fast Tradition, dass er mich in irgendeiner Weise öffentlich auf die Schippe nimmt, und ich habe immer viel Spaß dabei. Eher zufällig erfuhr ich dann, dass er dies schon letzte Woche, beim Konzert im Harres, in meiner Abwesenheit erledigt hatte: Als er auf der Bühne die Namen derer nannte, die an der Vorbereitung des Konzertes mitgewirkt hatten, erklärte er meine Abwesenheit mit der Tatsache, dass ich nach Kasachstan geflogen sei, um mir die Augen lasern zu lassen. Kasachstan! Dieser Mensch ist wirklich unglaublich. Wie kommt er nur auf solche Ideen? Aber böse kann man ihm nicht sein. Ich erkläre hiermit öffentlich, dass ich weder weiß, wo Kasachstan liegt, noch jemals dort war. Und der Rest bleibt ein Geheimnis.

Wir haben uns sehr gefreut, dass Michael G. (sax) und Chris P. (trb) heute Abend wieder einmal mit uns gespielt haben, und den Auftritt sowohl durch ihr Spiel im Satz als auch durch tolle Soli geprägt haben. Und von den Stamm-Musikern hat mir persönlich Jens W. (git) am meisten Spaß gemacht: Er hat im ersten Set mit Mr. Walker ein tolles Feature hingelegt und auch sonst in bester Spiellaune tolle Soloeinlagen geliefert -- sogar mit Hut!

Doppelte Premiere: Auftritt in Angelbachtal am 12. Mai 2008

Strahlender Sonnenschein, 26 °C und kaum ein Wölkchen am tiefblauen Himmel -- so präsentierte sich Angelbachtal heute seinen Besuchern, die den letzten Tag des traditionellen Pfingstmarktes und unser Konzert im Schlosspark erlebten. Diese Randbedingungen erscheinen auch durchaus angemessen, wenn man bedenkt, dass wir heute gleich zwei Premieren hatten.
Nummer 1: Unser neuer Bassist Heinz W. absolvierte seinen ersten Auftritt mit uns. Deswegen bot Thomas den zahlreichen Besuchern, die vor der Bühne auf der Wiese lagerten, großzügig an, sich nach dem Konzert von Heinz zum Bier einladen zu lassen. Was daraus geworden ist, weiß man nicht. Ich kann aber bezeugen, dass Heinz den Park aufrechten Ganges verlassen hat.
Die zweite Premiere: Unsere nicht mehr ganz so neue Sängerin Beatrix A. war erstmals für einen substanziellen Teil des Programms verantwortlich (Fever, Avalon, Street Life, L-O-V-E, Till You Come Back To Me, Big Time). Außerdem ließ sie sich durch den penetranten Charme (man könnte auch sagen: die charmante Penetranz, doch wir wollen hier nicht über Bedeutungsnuancen streiten) unseres CMOs Thomas S. breitschlagen, einige ihrer Nummern selbst anzusagen.

Beide, Heinz und Beatrix, überzeugten durch eine solide musikalische Leistung, während ich mal wieder auf andere Weise glänzen durfte. Zunächst einmal hatte ich das ganze Wochenende damit verbracht, den Tonartwechsel in meinem 16-taktigen Trompetensolo bei Moten Swing zu üben (von D- oder A-Dur, ich bin nicht ganz sicher, zu B-Dur). Hintergrundinfo: Dieses Solo habe ich bei einem zum Glück in grauer Vorzeit liegenden Auftritt einmal derart in den Sand gesetzt, dass ich immer noch leicht traumatisch bin, wenn dieses Stück aufgelegt wird. Deswegen dieser völlig unverhältnismäßige Übungsaufwand, welcher sich allenfalls durch ein überdurchschnittlich gelungenes Solo noch halbwegs rechtfertigen ließe. Leider hat Thomas das Stück spontan (die Noten lagen schon auf) gestrichen, so dass ich die investierte Zeit bestenfalls unter "Ansatzbildung" verbuchen kann. Aber macht ja nix.

Als nächstes Stück nach der Streichaktion war dann Hard Sock Dance dran. Für mein Solo in dieser Nummer hatte ich lediglich meine Kenntnis der G-Blues-Tonleiter aufgefrischt, und entschied mich dann spontan, es mit eingesetztem Harmon Mute (= Schalldämpfer, der schön jazzig klingt) zu spielen. Was leider dazu führte, dass ich "taub" spielen musste, denn ich konnte mich nicht hören. Dafür habe ich dann aber über die Grenze der Soloform hinaus gespielt, so dass Thomas mir das "Rübe ab"-Zeichen geben musste. Fantastische Leistung.

Kaum waren die letzten Takte dieses Stücks verklungen, kündigte Thomas an, dass nun traditionsgemäß der bestangezogene Musiker in der Band gekürt werde. In dieser Beziehung ist er ja wirklich ein Genie: Er lässt das Publikum tatsächlich glauben, dass es sich bei solchen Geschichten um eine sorgfältig gepflegte Tradition handelt. In Wahrheit war es ein spontaner Einfall. Da Thomas weiß, dass ich meinen Stolz mittlerweile völlig verloren habe und Albereien um meine Person nur noch mit einem fatalistischen Schulterzucken wahrnehme, fiel seine Wahl auf mich. Abgesehen davon, dass ich heute natürlich wirklich unglaublich gut angezogen war. Thomas hatte die Kleiderordnung für diesen Auftritt nämlich gelockert ("alles außer Turnhosen"), so dass es mir nicht schwer fiel, aufzutrumpfen. Das Ganze wäre auch eine runde Sache gewesen, wenn er die Preisverleihung nicht mit zwei Einschränkungen versehen hätte: Sowohl die Gürtelschnalle (abgewetzt) als auch die Sonnenbrille (uncool) gefielen dem großen Meister nicht. Was dann dazu führte, dass auch meine Frau mir Abends ans Herz legte, eine neue Sonnenbrille zu kaufen. Super.

Ein Sonderlob gebührt unseren unermüdlichen CD-Verkäufern Markus und Birk, die -- angespornt von Thomas' mehr oder weniger motivierenden Kommentaren -- einen Bollerwagen voller CDs durchs Publikum zogen und einen neuen Absatzrekord für sich verbuchen konnten (12 Stück). Den Erlös werden wir natürlich (wie immer) dazu einsetzen, unseren CMO Thomas dem Lebensstandard näher zu bringen, den er verdient. Ob es nun edler Rotwein ist, würzige Zigarren oder teure Sonnencreme -- man kann nicht abwechselnd Porsche und Mercedes fahren und dann Fanta trinken, Westpoint rauchen und sich mit Nivea einschmieren. Das geht einfach nicht.

Zum guten Schluss: Sie werden bemerkt haben, dass sämtliche Fotos in diesem Beitrag eines gemeinsam haben: Sie stammen nicht vom Auftritt in Angelbachtal. Wenn Sie welche geschossen haben und mit uns teilen möchten, melden Sie sich doch bitte. Eine finanzielle Gegenleistung kann ich nicht anbieten (es ist schwer genug, Thomas bei Laune zu halten), aber tiefe Dankbarkeit und auf Wunsch eine Nennung Ihres Namens auf unserer Website sind Ihnen gewiss.

Vor Angelbachtal 2008: Noten kleben und ein Video zur Einstimmung

Wir bewegen uns unaufhaltsam auf den nächsten Auftritt zu: Am 12. Mai (Pfingstmontag) um 15.00 Uhr geben wir auf dem Angelbachtaler Pfingstmarkt ein umfangreiches Programm mit vielen neuen Stücken zum Besten.

In der Generalprobe am Mittwoch (von der es ausnahmsweise keinen Bericht gibt) erinnerte Thomas noch einmal eindrücklich daran, dass es sich um einen "Outdoor-Gig" handelt (unser CMO kann mittlerweile auch kein Deutsch mehr). Folglich sollten wir unsere Noten kleben und an Klammern für die Befestigung denken.

Während Jens W. in seinem Kommentar zum Probenbericht vom 23. April auf eine "Notenklebeassistentin mit Tagesfreizeit" hofft (und sich vermutlich vor Angeboten kaum retten kann), habe ich heute Abend selbst Hand angelegt (siehe Foto).

Ich bin mittlerweile unsicher, ob es richtig war, alle Stücke aneinanderzukleben, aber sei's drum. Der gute Wille zählt.

Was ohnehin viel wichtiger ist: Der Auftritt in Angelbachtal wird von deutlichen Gesangsanteilen geprägt sein. Beatrix A. wird eine ganze Reihe neuer Gesangsstücke präsentieren. Sie können es sich eigentlich nicht leisten, das zu verpassen. Zum Beweis folgt hier eine Kostprobe von einem unserer Konzerte in 2007:


Also, wir sehen uns dann hoffentlich am Montag -- der Eintritt ist übrigens frei.

Tote Hose im Blog, der Auftritt in der SAP ARENA und so weiter

Was ist hier eigentlich los? Tote Hose oder was? Seit ein paar Wochen kein neuer Beitrag, nicht mal ein Bericht vom Auftritt in der SAP ARENA -- schwache Leistung.

Ist ja gut, ihr habt ja Recht, so geht es nicht. Aber manchmal muss man eben in Deckung gehen, im Hintergrund liegen wie eine verwundete Raubkatze, um dann irgendwann gestärkt aus dem Dickicht hervorzuspringen und zuzuschlagen. Im Moment liegen ich noch da herum und lecke meine Wunden. Das merkt man auch daran, dass meine Metaphern viel kitschiger sind als sonst. Und da von den anderen Autoren dieses Blogs irgendwie auch nichts kommt, war hier eben kurz mal Sendepause.

Während also alles schläft, ist unser geschätzter Präsident, Ralf H., umtriebig wie immer und zieht die nächsten Auftritte ans Land. Sowohl die Fußballfans der Region, die schon dem alljährlichen SAP CUP in Rettigheim entgegenfiebern, als auch die Freunde des Angelbachtaler Pfingstmarkts können sich freuen: Bei beiden Veranstaltungen sind wir wieder dabei.

Ach ja, wo wir schon von Veranstaltungen sprechen: Unser Auftritt in der SAP ARENA (siehe auch den Bericht von der Generalprobe) war kurz und schön. Während des Soundchecks wurden wir von einem unglaublich dynamischen Regisseur auf zwei Dinge eingeschworen: Erstens: Wir spielen nach dem Top Act (Kaya Yanar) und zweitens: Wenn er uns ein gewisses Zeichen gibt, müssen wir das aktuelle Stück zu Ende spielen und dann die Bühne fluchtartig verlassen. Der erste Punkt führte dazu, dass wir nur ca. 40 Minuten spielen konnten, denn nachdem Kaya sich vom Publikum verabschiedet hatte und wir backstage schon aufgeregt unsere Frisuren überprüften, besann der Comedian sich eines Besseren und kehrte kurzerhand auf die Bühne zurück, so dass wir im Hintergrund unsere Frisuren vergaßen und uns die Bäuche hielten vor Lachen.

Irgendwann war er dann aber wirklich fertig und von Stund an konnten wir von uns behaupten, Kaya Yanar hinter der Bühne begegnet zu sein -- und rein vom Ablauf her könnte man ja fast behaupten, dass er unsere Vorgruppe war! Wir haben es wirklich weit gebracht, mein lieber Schwan.

Auf der Bühne haben wir dann engagiert gejazzt (High Maintenance, Hay Burner, Moten Swing, Magnum, Fever), während die versammelten Kolleginnen und Kollegen sich mit allerlei kulinarischen Highlights von einem anstrengenden Tag erholten. Irgendwann kam der coole Regisseur, und ich war gespannt, ob er das verabredete Zeichen einsetzen würde. Er hatte nämlich im Vorfeld gezögert, ob man es wirklich guten Gewissens verwenden könne: Es handelte sich um die Handbewegung, bei der man die flach ausgestreckte Hand ruckartig von links nach rechts am Kehlkopf vorbeizieht. Also so, als ob man jemandem die Gurgel durchschneiden würde (was ja gerade bei Blasmusikern häufig zum sofortigen Verlust des Tones führt). Er hat sich aber nicht getraut, obwohl Thomas ihm beim Soundcheck versichert hatte, dass er diese Handbewegung in jeder Probe mehrfach einsetzt. Stattdessen flüsterte er Thomas etwas ins Ohr, was aber den gleichen Effekt hatte: Wir spielten das aktuelle Stück noch zu Ende und verließen dann fluchtartig die Bühne.

Dabei ergab sich für mich noch eine gewisse Peinlichkeit: Auf meinem Notenständer kleben einige Blätter (Ralf sagt dazu immer "Dashboard"), die folgendes zeigen:
  • Dur- und Molltonleitern
  • Bluestonleitern
  • Quintenzirkel
Was soll man machen, wenn man sich den Mist nicht merken kann? Es ist ja auch eigentlich kein Problem, denn zum Glück kann das Publikum normalerweise nicht auf den Notenständer schielen. Unangenehm war aber, als sich der Posaunist der Band, die nach uns spielte, beim Stabwechsel auf der Bühne meinem Notenständer näherte und die aufgeklebte Informationsfülle mit einem ungläubigen "Das ist ja praktisch" kommentierte. Na ja, er weiß ja nicht, wie ich heiße.

Dies soll genügen für ein kurzes Lebenszeichen -- bis bald!

Surviving Neckarsteinach oder Fleisch ist mein Gemüse oder...



...wie man den gleichen Regen zweimal abkriegt.

So hatten wir uns den Tag vorgestellt: Ein idyllisches Konzert in Neckarsteinach, romantisch im Neckartal hinter Heidelberg gelegen. Aber pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt hatte uns der Regen wieder eingeholt, den wir vorher auf der Autobahn hinter uns gelassen hatten. Dazu kam, daß die für unsere Verhältnisse winzige Bühne schon von der Band, die nach uns spielen sollte, blockiert war.

Improvisation gehört bein uns bekanntlich ja zum Tagesgeschäft, und von daher liessen wir uns nicht abschrecken. Nasse Füße haben wir zwar ständig alle, aber wir lassen es uns nicht anmerken. Von daher war klar, daß unser Blick fest auf die positiven Details gerichtet sein mussten, um hier erfolgreich zu sein. Also habe wir mittels Biertischen einen halbwegs festen Untergrund fürs Schlagzeug gebaut, und alle Kabel fliegend verlegt, um das Leben unserer elektrifizierten Musiker nicht zu gefährden.
Die Stimmung erreichte schon beim Warmspielen den ersten Höhepunkt, als unser Leadtrompeter das Trompetenecho intonierte.

Ein positives Detail: endlich mal ein Gig, wo wir nach Herzenslust essen und trinken durften! DIe Band ist bekannt für hemmungslose Ausschweigfungen. Trotzdem hat sich der Turnerbund Neckasteinach bereit erklärt, uns ohne Limit zu verpflegen - vielen dank an dieser Stelle für die vielen Pommes!

Außerdem suchten uns backstage die heutzutage allgegenwärtigen Handy Paparazzi heim (siehe Foto).

Die Verpflegung hat wesentlich zum Erfolg dieses schönen Tages beigetragen -wie auch das sehr interessierte Publikum. Vielen Dank auch an dieser Stelle. Wir haben uns gefreut, daß auch über 70 Jährige durchaus mal den einen oder anderen #11 Akkord wegstecken. Kompliment. Wir kommen wieder, dann mit schwererem Gerät.

SAP CUP, 30. Juni 2007

Wer die SAP BIG BAND kennt, weiß, dass bestimmte Auftritte einen festen Platz in ihrem Kalender haben. Denken Sie nur an das Jahresabschlusskonzert im Walldorfer Schulungszentrum, bei dem wir den Kolleginnen und Kollegen immer das neue Programm vorstellen, das wir im Laufe des Jahres erarbeitet haben. Einen ebenso festen Platz in unserem Terminkalender hat der SAP CUP, das Fußballfest in Rettigheim. Hier treffen sich alljährlich zahlreiche Fußballmannschaften aus der SAP-Familie, und am Finaltag spielen wir traditionell ein kurzes Set vor dem Endspiel und ein längeres Set nach der Siegerehrung.

Natürlich geht es hier in erster Linie um den Fußball, und die Mitglieder der jüngeren Generation warten immer schon sehnsüchtig auf die Disco, die -- auch das ist Tradition -- nach unserem letzten Stück beginnt. Trotzdem haben wir uns auch in diesem Jahr wieder über ein kleines, aber feines Publikum gefreut, und die tolle Stimmung genossen. Abgesehen davon ist es für uns Ehrensache, als Firmen-Bigband der SAP bei dieser Veranstaltung mitzuwirken.
Unser CMO Thomas hatte ein gemischtes Programm zusammengestellt, das zum einen aus Count-Basie-Nummern der aktuellen CD, und zum anderen aus ganz neuen Stücken (Magnum, Hawaii Five-0, Dallas) bestand. Passend zum Anlass lief die Band erstmals in eigens angefertigen Trikots auf -- schauen Sie sich die Fotos an!

Es hat uns auch in diesem Jahr wieder großen Spaß gemacht, in Rettigheim zu spielen, und wir freuen uns schon auf den SAP CUP 2008.

Walldorfer Spargelmarkt, 16. Juni 2007

Es war nicht das erste Mal, dass wir auf dem Walldorfer Spargelmarkt aufgetreten sind, aber die Rahmenbedingungen hatten sich doch sehr geändert. Vom gemütlichen Nachmittagsauftritt im Zelt hin zur großen Bühne (mit Laufsteg!) bei der katholischen Kirche. Und das zur besten Zeit (20.00 bis 21.30 Uhr).

Ich will nicht im einzelnen auf die Stücke oder die musikalischen Qualitäten des Auftritts eingehen (zu viel Eigenlob stinkt). Eine Sache verdient es aber, besondere Erwähnung zu finden. Unser CMO Thomas war verhindert, und so sprang Olaf für ihn ein. Er kennt die Band zwar von früheren gemeinsamen Auftritten und wir kennen ihn, aber trotzdem ist es bemerkenswert, wie er die ganze Sache ohne eine gemeinsame Probe im Griff hatte!



Das Foto zeigt, dass Olaf sich sogar zu "Spielchen" aufgelegt fühlte und den Bläsern (während die Rhytmusgruppe eine Form spielte und einer der zahlreichen Solisten vorne sein Bestes gab) durch Zeichen und "Von-den-Lippen-ablesen" improvisierte Einlagen diktierte, die diese dann ausführen mussten (ein "Fall auf die Zwei" usw.)

Ein besonderes Highlight gab es noch zum Schluss, als die meisten Musikerinnen und Musiker schon gegangen waren. Stefan, ganz gemütlich mit einem schönen, kühlen Weizen in der Hand, erteilte doch noch die Genehmigung, das Foto von der letzten Probe (siehe den Bericht vom 13. Juni) zu veröffentlichen -- Stichwort King-Posaune und Hawaii-Hemd. Hier ist es:



Dieser Auftritt hat Spaß gemacht, und wir freuen uns schon auf den nächsten!

Konzert in Leimen, 22. April 2007

Heute haben wir zum wiederholten Male bei "Rhythm & Wine", dem musikalischen Weinfest von ADAM MÜLLER in Leimen, gespielt. Das Programm bestand hauptsächlich aus Basie-Nummern von der aktuellen CD.
Neu war vermutlich, dass den Besuchern beim Kauf einer CD gleich noch ein Gläschen Wein eingeschenkt wurde, und zwar von Thomas höchstpersönlich:



Ich kann nicht sagen, dass dies den Absatz übermäßig angekurbelt hat (9 CDs sind wir losgeworden), aber die Idee ist ausbaufähig. Besonders, wenn der Wein kostenlos ist.
Sie möchten weitere Fotos sehen? Bitte sehr ...

Mitarbeiterkonzert zum zehnjährigen Jubiläum


Es ist mittlerweile schon gute Tradition, dass die Band die musikalische Arbeit eines Jahres mit einem Konzert für die SAP-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter und deren Familien abschließt. In 2006 galt es, sich besonders ins Zeug zu legen, denn die Band feiert zehnjähriges Jubiläum. Am 22. November 2006 war es dann so weit: Ralf Hübel, 1. Vorstand der Band und August-Wilhelm Scheer, den eine langjährige musikalische Freundschaft mit der SAP BIG BAND verbindet, eröffneten den Abend im vollbesetzten Walldorfer Schulungszentrum.

Der erste Teil des Abends war der neuen CD, Count To Ten, gewidmet. Mit Stücken wie Too Close For Comfort, Girl Talk oder It's Oh, So Nice brachten die Musikerinnern und Musiker dem Publikum das neue Album näher -- stilecht gekleidet in schwarzen Anzügen, weißen Hemden und Fliegen. Im zweiten Teil präsentierte die Band Klassiker aus ihrer zehnjährigen Geschichte. Der musikalische Bogen spannte sich von Pink Panther, einer Reminiszenz an die Anfangszeiten der Band (dirigiert vom ehemaligen Dirigenten Martin Waibel) über die tiefgründige Ballade Sis (Oli Bott) bis hin zur mitreißenden Blues-Nummer Things Ain't What They Used To Be.

Thomas Siffling zeigte bei seiner Moderation wieder einmal echte Entertainer-Qualitäten: Sein diesjähriges Leitmotiv war die Geschichte vom armen Berufsmusiker, der CDs verkaufen muss, um sich etwas zu Essen kaufen zu können. Diese Geschichte hat ihm natürlich niemand abgekauft, aber die CDs gingen weg wie warme Semmeln! Sichern Sie sich besser noch heute ein Exemplar ...